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Dienstag, 16. Dezember 2014
Positiv denken - auf dem Weg zur/ von der Arbeit
fraunachbarin, 16:27h
Wer mit Nahverkehrsmitteln fährt, weiß um die äußerst unangenehme Situation, Dinge zu erfahren, die man nie wissen wollte. Niemals. Wirklich nicht. Wer mit wem wie lange auf der Party war, wer mit wem geht oder nicht und warum oder warum nicht, welche Lehrer doof sind und welche Eltern auch, wie die Hausaufgaben lauten und welche Ergebnisse man in der Klausur hatte. Detailliert. Mit Namen. Und Weiterbildung bzw. Wiederholung von Schulstoff inklusive. Das bietet Unterhaltung, ganz ohne Buch oder Zeitung! Die älteren Mitfahrer lästern über die Arbeit, den Verein und Politik und vielleicht auch über das Fernsehprogramm. Auch da spart man nicht an den Vornamen der abwesenden Betroffenen.
So werde ich zweimal täglich informiert, Tratsch ohne Fensterbank, einfach nur mal mit dem Zug oder Bus zur Arbeit fahren...
(Jetzt muß nur noch die entsprechenden Leute aus der Nachbarschaft den Geschichten zuordnen. Aber das wird noch! Wenn ich mal hinter einem Heinz an der REWE-Kasse stehe oder eine Mutter ihre Tochter mit Namen ruft...)
Positiv denken!!! Ich bin erst vor 12 Jahren zugezogen. Die Kids aus dem Ort kennen mich nicht und ich nicht alle Eltern. Somit habe ich von mir noch nichts gehört...
So werde ich zweimal täglich informiert, Tratsch ohne Fensterbank, einfach nur mal mit dem Zug oder Bus zur Arbeit fahren...
(Jetzt muß nur noch die entsprechenden Leute aus der Nachbarschaft den Geschichten zuordnen. Aber das wird noch! Wenn ich mal hinter einem Heinz an der REWE-Kasse stehe oder eine Mutter ihre Tochter mit Namen ruft...)
Positiv denken!!! Ich bin erst vor 12 Jahren zugezogen. Die Kids aus dem Ort kennen mich nicht und ich nicht alle Eltern. Somit habe ich von mir noch nichts gehört...
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Ich soll positiv denken am Morgen... ?!
fraunachbarin, 16:06h
Na gut, den Sinn dahinter verstehe ich und bin dabei. Positive Gedanken lassen den Tag in einem anderen Licht erscheinen, auch die Mimik entspannt sich, das Umfeld (Familie, Kollegen) dann mit - und so wird alles gut. Gute Energie fließt...
ABER: da kommt gleich das Thema Selbstliebe mit ins Spiel. Wenn ich am Morgen zerknautscht in den Badspiegel schaue, sind positive Gedanken eher eine Farce. Dagegen ploppt in meinem Unterbewußtsein sofort eine Schublade mit Restaurationsvorschlägen auf. Was ist auch positiv an dunklen Tränensäcken? Tiefer Grübelfalte zwischen den dünnen Augenbrauen? Haare mit Wirbeln, die schon einen Friseur in den Filialwechsel treiben, nachdem ich einmal da war und auch noch wiederkommen will...? Nach dem Einsatz der Kontaktlinsen verschwindet zusätzlich noch der charmante Weichzeichner und das Spiegelbild triumphiert mit lächelnden Fältchen und einem Banner "Du hast auch schon mal besser ausgesehen".
Positives Denken heißt dann: ausdrucksstarkes Gesicht? kreative Frisur? Kandidatin für Kosmetik-Mengenrabatte?
Hach, älter werden in der heutigen Gesellschaft ist anstrengend! Immer mehr wird gefordert, konkurrenzfähig zu sein. Ewige Jugend, egal um welchen Preis, statt Erfahrung und Lebensweisheit?
Nein, danke. Ich finde Frauen interessant, deren Gesicht etwas auszusagen versteht. Und so will ich auch mal werden. Konkurrenz auf der Arbeit? Ok. Aber privat: ich bin schon glücklich verheiratet und werde geliebt, so wie ich bin.
Somit denke ich positiv an den noch schlafenden Gatten, die gurgelnde Kaffeemaschine und den ruhigen Tagesbeginn. Was soll´s, wenn ich nicht mehr aussehe wie mit 24...
ABER: da kommt gleich das Thema Selbstliebe mit ins Spiel. Wenn ich am Morgen zerknautscht in den Badspiegel schaue, sind positive Gedanken eher eine Farce. Dagegen ploppt in meinem Unterbewußtsein sofort eine Schublade mit Restaurationsvorschlägen auf. Was ist auch positiv an dunklen Tränensäcken? Tiefer Grübelfalte zwischen den dünnen Augenbrauen? Haare mit Wirbeln, die schon einen Friseur in den Filialwechsel treiben, nachdem ich einmal da war und auch noch wiederkommen will...? Nach dem Einsatz der Kontaktlinsen verschwindet zusätzlich noch der charmante Weichzeichner und das Spiegelbild triumphiert mit lächelnden Fältchen und einem Banner "Du hast auch schon mal besser ausgesehen".
Positives Denken heißt dann: ausdrucksstarkes Gesicht? kreative Frisur? Kandidatin für Kosmetik-Mengenrabatte?
Hach, älter werden in der heutigen Gesellschaft ist anstrengend! Immer mehr wird gefordert, konkurrenzfähig zu sein. Ewige Jugend, egal um welchen Preis, statt Erfahrung und Lebensweisheit?
Nein, danke. Ich finde Frauen interessant, deren Gesicht etwas auszusagen versteht. Und so will ich auch mal werden. Konkurrenz auf der Arbeit? Ok. Aber privat: ich bin schon glücklich verheiratet und werde geliebt, so wie ich bin.
Somit denke ich positiv an den noch schlafenden Gatten, die gurgelnde Kaffeemaschine und den ruhigen Tagesbeginn. Was soll´s, wenn ich nicht mehr aussehe wie mit 24...
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Vornamen und Begleiterscheinungen
fraunachbarin, 08:10h
Als Mädchen geboren, hatte mein Vater vorrangiges Recht den Namen zu wählen. (Mein Bruder war übrigens mit der Wahl meiner Mutter auch nicht glücklicher dran...) Ich habe meinen Vater im Verdacht, eine stille Verehrung für Dagmar Berghof gehegt zu haben...
So kam ich zu den beiden Namen Dagmar Michaela. Rufname: Dagmar. Für ein Kind ist es schon schlimm, für einen Erwachsenen nicht besser, aber man reagiert halt auf den Ruf.
Doch der Name Dagmar klingt kühl, nordisch und bedeutet so viel wie "klarer/ schöner Tag". Paßt irgendiwe, weil ich im Februar geboren bin. In meiner Vorstellung war es ein sonniger, aber klirrend kalter Tag mit blauem Himmel und heller Sonne.
Aber was macht man mit diesem Namen? Als ich zur Schule kam, habe ich gleich am ersten Tag bei der Vorstellungsrunde betont, ich heiße Dagmar Michaela, mit Betonung auf Michaela. Das klingt freundlicher. Und man kann mehr Kosenamen daraus machen als Dagi, oder schlimmer noch: Dagl. - Oder man macht es gleich wie meine Mutter, die mich (auch später noch, als ich schon studierte, und sogar quer über den städtischen Marktplatz) Julchen rief. Gott, wie peinlich! Hätten meine Eltern sich nicht einigen können? Oder mir zumindest die Wahl des Rufnamens überlassen? Ich habe mich inzwischen an den Namen gewöhnt, aber nur weil ich mußte. Man gewöhnt sich ja auch an ein Muttermal, Knubbelfinger oder dünne Haare. (Ich hab halt den Namen erwischt.) Und eine Änderung des Rufnamens? Herjeh, was sagt dann wiederum das persönliche Umfeld: Eltern,Freunde, Kollegen, Verwandtschaft. "Das ist die, die früher Dagmar geheißen hat..." Zu viel Stress und Erklärungsnot!

So kam ich zu den beiden Namen Dagmar Michaela. Rufname: Dagmar. Für ein Kind ist es schon schlimm, für einen Erwachsenen nicht besser, aber man reagiert halt auf den Ruf.
Doch der Name Dagmar klingt kühl, nordisch und bedeutet so viel wie "klarer/ schöner Tag". Paßt irgendiwe, weil ich im Februar geboren bin. In meiner Vorstellung war es ein sonniger, aber klirrend kalter Tag mit blauem Himmel und heller Sonne.
Aber was macht man mit diesem Namen? Als ich zur Schule kam, habe ich gleich am ersten Tag bei der Vorstellungsrunde betont, ich heiße Dagmar Michaela, mit Betonung auf Michaela. Das klingt freundlicher. Und man kann mehr Kosenamen daraus machen als Dagi, oder schlimmer noch: Dagl. - Oder man macht es gleich wie meine Mutter, die mich (auch später noch, als ich schon studierte, und sogar quer über den städtischen Marktplatz) Julchen rief. Gott, wie peinlich! Hätten meine Eltern sich nicht einigen können? Oder mir zumindest die Wahl des Rufnamens überlassen? Ich habe mich inzwischen an den Namen gewöhnt, aber nur weil ich mußte. Man gewöhnt sich ja auch an ein Muttermal, Knubbelfinger oder dünne Haare. (Ich hab halt den Namen erwischt.) Und eine Änderung des Rufnamens? Herjeh, was sagt dann wiederum das persönliche Umfeld: Eltern,Freunde, Kollegen, Verwandtschaft. "Das ist die, die früher Dagmar geheißen hat..." Zu viel Stress und Erklärungsnot!

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